Mein Austauschjahr in Texas, USA
Artikel - Mein Austauschjahr in Texas, USA
Ich heisse Tom Michler, bin 16 Jahre alt und habe im August 2025 mit damals 15 Jahren mein grosses Abenteuer gestartet: ein Auslandsjahr in den USA. Am 2. August ging mein Flieger von Zürich aus los. Für mich war es das allererste Mal im Flugzeug überhaupt – und das direkt ganz alleine! Nach zwei Zwischenstopps über London und Dallas landete ich schliesslich an meinem Zielort Abilene in Texas. Mein neues Zuhause für die kommenden Monate wurde Knox City, eine kleine texanische Stadt mit nur rund 1000 Einwohnern. Dass ich an einer so kleinen Schule landete, erwies sich rückblickend als echter Glücksfall. Während an grossen Schulen die Plätze in den Sportteams stark begrenzt sind und das Niveau extrem hoch ist, konnte ich in Knox City vieles einfach ausprobieren. So nutzte ich die Chance und trat in den Teams für American Football, Basketball, Track & Field und Cross Country an. Mein absoluter Favorit war Basketball, auch wenn unser Team ehrlich gesagt nicht besonders erfolgreich war. Im Football erlebte ich ebenfalls ein persönliches Highlight: Im November gelang mir mein erster und einziger Touchdown! Die Qualifikation für das State Game verpassten wir zwar knapp, aber wir fuhren im Dezember als Zuschauer hin. Das Team, das uns besiegt hatte, holte sich dort zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel. Neben dem Schulalltag durfte ich unglaublich viel von den USA sehen. Schon im September reiste ich mit meiner Austauschorganisation FLAG nach Washington, D.C. zu einem Welcome Camp. Dort knüpfte ich Kontakte zu Jugendlichen aus der ganzen Welt und erkundete die beeindruckende Hauptstadt. Nur zwei Wochenenden später ging es mit meiner Gastfamilie für vier Nächte nach New York City. Die Stadt war gigantisch – überall war man von über 100 Meter hohen Wolkenkratzern umgeben. Wir besuchten die Freiheitsstatue, das 9/11 Memorial und erkundeten die Strassen.
Auch die amerikanischen Traditionen durfte ich hautnah miterleben: Im Oktober besuchten wir die Hochzeit einer Freundin meiner Gastfamilie, und an Halloween organisierte unsere Senior Class einen Haunted Hayride. Wir hatten riesigen Spass daran, Kinder zu erschrecken, die auf einem Anhänger an uns vorbeifahrend durch die Dunkelheit gezogen wurden. Ende November feierten wir Thanksgiving – genau so, wie man es aus den sozialen Medien kennt: Die gesamte Familie kommt zusammen und verbringt den Tag mit Essen. Weihnachten verlief ganz ähnlich, nur dass wir hier die Geschenke gleich morgens auspackten. Im Januar gab es dann einen ordentlichen Wintereinbruch mit Temperaturen bis zu −15 °C. Wir hatten schulfrei, was wir direkt ausnutzten: Wir fuhren mit dem Truck durch den Schnee, drifteten und banden sogar einen Reifen hinten an das Auto, um uns gegenseitig ziehen zu lassen. Das machten wir auch an meinem Geburtstag, bevor wir den Abend mit meinem Lieblingsessen ausklingen liessen. Im März erfüllte mir meine Gastfamilie einen Herzenswunsch: Nach einer neunstündigen Fahrt ins Taos Ski Valley nach New Mexico verbrachten wir drei fantastische Tage auf der Piste, wo ich endlich wieder snowboarden konnte. Gegen Ende des Schuljahres standen noch der Prom – der Schulball – und die Graduation auf dem Programm. Ich besuchte zwei Proms, was mir an einer kleinen Schule allerdings nicht ganz so viel Spass machte. Am letzten Schultag feierte mein Gastbruder seinen Schulabschluss als Senior. Am 3. Juni war der Tag des Abschieds gekommen. Meine Eltern reisten an, lernten meine Gastfamilie kennen und holten mich ab. Der Abschied fiel mir sehr schwer. Zum krönenden Abschluss machten meine Eltern, mein kleiner Bruder und ich noch einen gemeinsamen Roadtrip durch Florida. Am 28. Juni 2026 kam ich schliesslich wieder gut zu Hause an, wo ich mich nach dieser unvergesslichen Zeit schnell wieder eingelebt habe.