Emily in Victoria

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Ein Auslandssemester in Victoria

Am 25. Januar war es endlich soweit. Morgens früh um 5:30 Uhr habe ich mich mit 2 anderen Austausch SchülerInnen von into am Zürcher Flughafen getroffen. Nachdem wir uns von unseren Familien verabschiedet hatten, ging es auch schon los. Da ich gar nicht realisieren konnte, dass ich nun die nächsten 5 Monate auf der anderen Seite der Welt verbringen würde, fiel mir der Abschied glücklicherweise nicht so schwer. Die beiden anderen kannte ich bereits vom Vorbereitungsseminar, dadurch war das Eis schnell gebrochen und die Reise verging wortwörtlich wie im Fluge.

Knappe 20 Stunden später kam ich am Flughafen in Victoria an. Meine Gastfamilie, die aus meinen Gasteltern und zwei neunjährigen Brüdern bestand, sowie meine japanische Gastschwester warteten bereits auf mich. Sie waren alle von Beginn an sehr nett. Zuhause angekommen, gingen meine Gastschwester und ich auch schon bald schlafen, weil wir durch die lange Reise und die Zeitverschiebung doch ziemlich erschöpft waren. Am nächsten Tag ging es dann zum ersten Mal nach Victoria, Downtown. Die Hauptstadt von British Columbia liegt direkt am Hafen und ist mit rund 100'000 Einwohnern auch relativ gross. Es ist eine wunderschöne Stadt, die mit ihren vielen Restaurants und Sehenswürdigkeiten sehr viel zu bieten hat.

Am Montag und Diestag hatte ich zwei Orientation Days von meiner Schule, die Mount Douglas Secondary School. Während wir alle nötigen Informationen und Tipps bekommen haben, konnte ich bereits die anderen Austausch SchülerInnen an meiner Schule kennenlernen. Da Victoria ein sehr beliebter Ort für einen Austausch ist, hat es im Victoria School District jeweils ziemlich viele sogenannte «International Students». Allein auf meiner Schule waren wir etwa 200 von den insgesamt 1000 SchülerInnen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen, wie zum Beispiel aus Japan, Italien oder Mexiko. Vor allem an den Wochenenden war ich froh, mit den anderen Austausch SchülerInnen Ausflüge unternehmen zu können, da viele der Kanadier oftmals leider nicht so viel Zeit hatten.

Mein erster Schultag verlief überraschend entspannt. Die Kanadier waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. In Victoria hat man jedes Semester nur 4 verschiedene Fächer, diese dafür aber jeden Tag. Ich hatte Creative Writing (Englisch), Drama, Dance und French. In Kanada legen sie viel mehr Wert auf Sport und Kreativität als nur auf die akademischen Fächer. So hatte ich bei der Fächerwahl eine riesen Auswahl und es waren einige Fächer dabei, die man in der Schweiz nicht wählen kann. Das Schulniveau an meiner Schule in Kanada würde ich tendenziell tiefer einschätzen als das bei uns in der Schweiz. Da ich ausserdem jeweils nur von 8:30am bis 3:04pm und freitags sogar nur bis 1:45pm Schule hatte, blieb nachmittags viel Zeit, um Freunde zu treffen oder Freizeitaktivitäten nach zu gehen. Ich habe zweimal pro Woche im Fussball Team meiner Schule mitgespielt, war beim Turnen Downtown und habe mich mit meinen Freunden getroffen. Wir sind in Tim Hortons gegangen, waren am Meer oder sind in die Stadt gefahren. Die Busverbindungen in Victoria sind ziemlich gut, wodurch ich sehr unabhängig und nicht auf meine Gastfamilie angewiesen war.

Mit meiner Gastfamilie war ich am Wochenende häufig wandern und wir haben sogar zwei Wochenend-Trips nach Parksville und Nanaimo gemacht. Das sind zwei Orte nördlich von Victoria ebenfalls am Meer. Die Trips haben mir sehr viel Spass gemacht und gehören definitiv zu meinen Highlights.

Mir hat Corona dann nach 7 Wochen leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich musste zwar nicht abreisen, durfte aber meinem üblichen Programm nicht mehr nachgehen. Ich habe die letzten Monate dann vor allem mit meiner Gastfamilie verbracht. Wir waren in der Natur, haben Spiele gespielt und viel gebacken und gekocht. Trotz Corona hatte ich eine großartige Zeit und bin sehr dankbar für all die wertvollen Erfahrungen, die ich machen durfte.

 

Emily